urspr. aus
Interpreten-> James Levine-> bei jpc.
Für Fantasia 2000 wurden wie schon beim Klassiker von 1940 klassische Werke mehr oder wenig "umgeschrieben", kondensiert, Instrumentengruppen zum jeweiligen Zeichentrick- oder auch Animations-Film passend eingefügt, allerdings nicht in Bearbeitungen von Leopold Stokowski.
Der Klang und die Orchester (anders als auf der CD außen vermerkt spielt nicht nur das Chicago Symphony, sondern auch das Philharmonia Orchestra unter James Levine) wirken hervorragend. Die EMI-CD hat eine besondrs gute Klangqualität.
Anders als in Kombination mit dem Film wird die Superkurz-Version von Beethovens 5.Symphonie in 2 Min. 54 Sek. dem Hörer dieser CD kaum zusagen. Zu den umkomponierten Werken heißt es bei
cinemusic: "
Die Fantasia-2000-CD präsentiert die im Film verwendeten klassischen Musikstücke — den Zauberlehrling gibt es hier allerdings in einer Neueinspielung. Die nicht für diesen speziellen Zweck komponierten Originalstücke wurden jeweils von einem versiertern und einfühlsamen Arrangeur bearbeitet, um die „in Ansätzen“ geeigneten Vorlagen „richtig bildwirksam“ zu machen: Hierzu waren (mehr oder weniger) deutliche Eingriffe in Länge und Tempi erforderlich und auch die Instrumentierung musste gelegentlich „aufgepeppt“ werden. An einem derartigen Ansatz scheiden sich zwangsläufig die Geister: Ich schätze die „Originale“ ebenfalls, bin aber trotzdem der Meinung, dass die Kritik hier zu hart ist und halte die Einstellung Leopold Stokowskis, der klassische Musik breiten Bevölkerungsschichten nahe bringen wollte, für gerechtfertigt. Warum sollen gekonnt durchgeführte Eingriffe in Originalkompositionen nicht als Auslöser und Multiplikator für die Lust auf ein „Mehr an Klassik“ dienen dürfen? Ein „André Rieu“ war hier nicht am Werke, und immerhin hat sich ein Meister-Dirigent wie James Levine bereit gefunden, die musikalische Leitung zu übernehmen. Mir hat das (mehrmalige) Anhören des 'Musikalischen Buffets' durchaus Spaß gemacht, zumal das Ganze mit mehr als nur einem (hörbaren) Augenzwinkern angerichtet worden ist."
Inhalt der CD*: 1. Symphonie Nr. 5 urspr. von
Ludwig van Beethoven, Chicago Symphony Orchestra (2:54)
2. Pinien von Rom, urspr.
Ottorino Respighi, Chicago Symphony Orchestra (10:14)
3. Rhapsody in Blue George, arr. von Bruce Broughton, urspr. von
George Gershwin, Pianist: Ralph Grierson, The Philharmonia Orchestra (12:34)
4. Piano Concerto No. 2, Op. 102, first movement urspr. von
Dmitri Shostakovich, Pianist: Yefim Bronfman, Chicago Symphony Orchestra (7:26)
5. Karneval der Tiere, Finale, arr. von Peter Schickele alias PDQ Bach, urspr. von
Camille Saint-Saëns, Chicago Symphony Orchestra (1:57)
6. The Sorcerer's Apprentice urspr. von
Paul Dukas, The Philharmonia Orchestra (9:36)
7. Pomp and Circumstance Marches 1-4, als zusammenhängendes Musikstück arr. von Peter Schickele alias PDQ Bach, urspr. von
Edward Elgar, Chicago Symphony Orchestra (6:22)
8. Firebird Suite - 1919 Version urspr. von
Igor Stravinsky, Chicago Symphony Orchestra (9:13)
Ges.-Dauer: 60:22
*Die kurzen Auftritte von Steve Martin, Bette Midler, James Earl Jones, Penn and Teller, Itzhak Perlman, Quincy Jones and Angela Lansbury und James Levine + Mickey Mouse werden auf der CD nicht wiedergegeben.
Die Musikstücke waren von Roy E. Disney, James Levine und anderen Produktionsmitgliedern ausgewählt worden. Alleine wegen des guten Klanges und der hervorragenden Orchester eine hörenswerte Audio-CD mit schließlich eigenartigen Arrangements, die dem Klassik-Hörer gegenüber den Originalwerken einen v.a. durch die erheblichen Kürzungen/Aussparungen gegenüber den Originalen eingeschränkten, aber immerhin andersartigen Spaß bereiten können. Einleuchtend ist aber, dass sich das Ganze erst mit Bild richtig lohnt.

In der Gunst der Amazon-Kunden noch höher als bei den Kritikern steht freilich der ca. 71-minütige Film: Während ich selbst kein Fan der abstrahierten "Schmetterlinge vs. schwarzen Fledermäusen" bei Beethoven bin (aber mit der Animation wirkt das kurze Musikstück gleich viel besser) und auch die fliegende Buckelwale mit den Kulleraugen bei Respighi von James Fujii allenfalls als kurios empfinde, wirkt der Slapstick-Zeichentrick mit Handlungen aus Tagen der Weltwirtschaftskrise am Ende der goldenen zwanziger Jahre und mit Adaptionen zu Al Hirschfelds bekannten Karrikaturen bei Gershwin gleich passender. Erstaunlich gut aber passt Hans Christian Andersens am Ende verändertes Kunstmärchen vom
standhaften Zinnsoldaten (Kein Bub wirft den Zinnsoldaten in den Kamin, sondern der Kobold/sadistische Kasper wird ins Feuer befördert) zu Schostakowitschs 1.Satz des 2.Klavierkonzertes. Ein mit seinem Jo-Jo spielender Flamingo unter Artgenossen zum Finale aus dem Karneval der Tiere - kein Vergleich zu den legendären zum Tanz der Stunden balletttanzenden Nilpferden, Straußen, Elefanten und Krokodilen des alten Fantasia-Films! Mickey Mouse als Zauberlehrling ist ein Klassiker, der als einziger Beitrag zu Fantasia 2000 schon im Originalfilm Fantasia verwendet wurde, gefolgt von einer gelungenen Arche Noah-Umsetzung mit Donald und Daisy Duck. Ein amüsantes Detail ist das Einhorn und die Drachen, die sich über die in die Arche einziehenden Tiere demonstrativ amüsieren. Auch der Feuervogel in Gestalt eines Vulkans, der von einem Naturgeist versehentlich erweckt wird, ist meines Erachtens sehenswert. Um Kinder für klassische Musik zu interessieren, dürfte sich dieses Video allemal besonders eignen.
Links zu Rezensionen zum Film Fantasia 2000:
http://www.cinemusic.de/rezension.htm?rid=5024
http://www.answers.com/topic/fantasia-2000
http://www.kinoweb.de/film2000/Fantasia2000/film99.php3
http://www.bbc.co.uk/dna/h2g2/A1108801
http://www.moviebazaar.de/filmfan2.htm
http://magazin.klassik.com/reviews/reviews.cfm?task=record&RECID=490&LANGUAGE=1&CONTENT=eMusici
http://tech.mit.edu/V120/N28/fantasia.28a.html