TripelkonzertHier einmal kurz die Aufnahmen, die ich besitze.
Die Aufnahme mit Richter, Oistrach, Rostropowitsch, Karajan ist nicht so schlecht, wie Richter hier zu suggerieren versucht. Ich denke, sie ist einfach ein Resümee auf die Änderungen in Richters Klavierspiel selbst (er war ja einmal ein Supervirtuose, während er in späteren Jahren von Virtuosität nicht mehr viel hielt).
Aber tatsächlich ist die Oistrach- Aufnahme mit Oborin, Knushevitsky unter Malcom Sargent geschlossener und konsistenter geraten. Ich habe beide Aufnahmen in der Box "Complete EMI Recordings" (sehr zu empfehlen!)
Eine Liveaufnahme aus Lugano 2002 mit Martha Argerich, Renaud Capucon und Misha Maisky ist sehr virtuos und lebendig (eben live) gespielt, läßt aber manchmal doch etwas die Feinheiten vermissen - aber sehr unterhaltsam, in keinster Weise langweilig
Für mich die herausragende Aufnahme des Tripekonzerts ist die mit Thomas Zehetmair, Clemens Hagen und Pierra-Laurent Aimard unter Nikolaus Harnoncourt
KlavierkonzerteBei den Klavierkonzerten ist es nicht so einfach.
Großartig sind die Aufnahmen mit Brendel/Levine, Brendel/Rattle, Pollini/Abbado
Pollini bringt relativ wenig Indiivudalität in sein Spiel, bietet dafür aber einen glasklaren Beethoven und legt wunderbar die Strukturen und Steigerungen bloß.
Weniger überzeugen mich die Gesamtaufnahme mit Evgeny Kissin und Colin Davis
Wenig anfreunden kann ich mich auch nicht mit der hochgelobten Aufnahme von Daniel Barenboim und Otto Klemperer, obwohl das Klavierspiel des jungen Daniel Barenboim wirklich herausragend ist (sein heutiges Klavierspiel ist nur noch ein schwacher Abglanz)
mein Favorit aber sind die Aufnahmen mit Serkin/Kubelik, Zimerman/Bernstein, Gulda/Stein und Gilels/Szell (wobei letztere bei der Kritik erstaunlicher Weise immer sehr schlecht weggekommen sind - mir völlig unverständlich.).
Die Gilels-Aufnahmen gibt es leider nicht mehr - sie wurden vor eingien Jahren in der Serie "EMI forte" veröffentlicht. Leider habe ich da keine Cover gefunden (ist aber kein großer ästhetischer Verlust - schön waren sie eh nicht).
Ja und dann gibt es noch die Aufnahmen des genialen Beethoven-Interpreten Solomon (mit Herbert Menger bzw. André Cluytens) aus den 50iger Jahren - er spielt gerade die langsamen Sätze mit einer unvergleichlichen Expressivität. Testament hat ein erstaunliches Remastering geliefert (natürlich kommt die Qualität nicht an heutige Aufnahmen heran), allerdings sind die CDs viel zu teuer.
Recht gut ist auch die Aufnahme mit Murray Perahia und Bernard Haitink, allerdings fast schon etwas "altersmild" gespielt-
An Einzelaufnahmen sind die fein strukturierten mit Benedetti Michelangeli/Carlo Maria Giulini zu empfehlen
Die Gegenposition - ein Wirbelwind - sind die Aufnahmen mit Martha Argerich
Nr. 1 mit Heinz Wallberg
Konzert Nr.2 und 3 mit Claudio Abbado