Wenn ihr hier Vaughan Williams anführt, so möchte ich mal nachfragen, was ihr von diesem Komponisten des endenden, sog. Viktorianischen Zeitalters haltet:
Edward Elgar, der auch schon als der "Gustav Mahler Großbritanniens" betitelt wurde und was allein deshalb bei mir seltsame Hoffnungen hervorrief
Elgar bei Wikipedia. Immerhin wird die Melodie von Pomp & Circumstance No.1 immer bei Last Night of the Promps und in der Werbung (war das Jacobs Krönung?) gespielt.
Mit diesen Aufnahmen (Symphonie Nr. 1 - Colin Davis/live, Symphonie Nr. 2 - BBC Phiharmonic/Edward Downes, Violinkonzert - Dong Suk Kang) und dem bek. Marsch Pomp & Circumstance Nr.1 habe ich erstmals mit ihm Bekanntschaft gemacht:

Das Violinkonzert hatte mit Dong Suk Kang/Antoni Wit gar nicht schlecht bei FonoForum abgeschnitten, aber ich fands mehr oder weniger sehr langweilig. Dagegen mag Downes eine Spitzenaufnahme, allerdings viell. etwas zu effektvoll wohlklingend, sein. Sir Colin Davis und das BBC Symphony Orchestra wirken in dieser Live-Aufnahme zwar nicht schlecht, aber klanglich dunkel (Es gibt neuere Aufnahmen mit LSO/Colin Davis, die ich nicht kenne).
Danach hab' ich mir alternativ Sinopoli und die als Referenz gelobte Aufnahme des Violinkonzertes mit Nigel Kennedy/Vernon Handley angeschafft:
Bei Sinopoli (Symphonien 1 u. 2) kann man die Klang-Architektur ernsthaft und ohne jeglichen Kitsch sehr gut verfolgen, dafür zerlegt er die Musik teilweise analytisch. Der Marsch Pomp & Circumstance No.1 gelingt grandios mit dem hervorragenden Philharmonia Orchestra. Selbst mit Kennedy/Handley krieg ich nur schwer den Draht zum Violinkonzert.
Auf Anhieb erfreulich fand ich aber wohl das Cellokonzert mit Fournier/BPO/Wallenstein (bzw. beide Konzerte mit Fournier - Dvorak u. Elgar - Elgar soll lt. Amazonkritik aufnahmetechn. schlecht sein - ist mir gar nicht aufgefallen bei diesem großartigen Cellisten):
Meistens kennt man noch die Enigma-Variationen, wonach sogar ein Geheimcode im 2.Weltkrieg, ein Musikprojekt von Michael Cretu u. div. andere Projekte benannt wurden
Enigma bei Wikipedia, z.B. mit RPO/Menuhin:
Würde es sich wohl lohnen, sich mit Werken dieses Komponisten (s. Liste bei Wikipedia), z.B. dem großen Chorwerk Cactus, nein Caractacus, oder vielmehr dem bekannteren Oratorium The Dream of Gerontius (1900) noch zu beschäftigen?
Jedenfalls scheint mir Elgar doch meilenweit von der Bedeutung seiner Landleute Vaughan Williams, erst recht Henry Purcell oder Benjamin Britten entfernt, geschweige denn mit Gustav Mahler (s.o.) vergleichbar zu sein.
Nachtrag:Neulich hab' ich in diese Eloquence-Auflage des Violinkonzertes mit der koreanischen Geigerin Kyung-Wha Chung (verwandt mit dem bek. Dirigenten), London Philharmonic, Georg Solti reingehört:
Solti scheint wirklich das Beste aus diesem Werk zu machen.
Von London Philharmonic u. Solti gibt es auch die Symphonien: