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 Betreff des Beitrags: Edward Elgar
BeitragVerfasst: Sonntag 20. Juli 2008, 20:17 
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Registriert: Dienstag 1. Juli 2008, 23:59
Beiträge: 632
Wenn ihr hier Vaughan Williams anführt, so möchte ich mal nachfragen, was ihr von diesem Komponisten des endenden, sog. Viktorianischen Zeitalters haltet:
Edward Elgar, der auch schon als der "Gustav Mahler Großbritanniens" betitelt wurde und was allein deshalb bei mir seltsame Hoffnungen hervorrief :arrow: Elgar bei Wikipedia. Immerhin wird die Melodie von Pomp & Circumstance No.1 immer bei Last Night of the Promps und in der Werbung (war das Jacobs Krönung?) gespielt.
Mit diesen Aufnahmen (Symphonie Nr. 1 - Colin Davis/live, Symphonie Nr. 2 - BBC Phiharmonic/Edward Downes, Violinkonzert - Dong Suk Kang) und dem bek. Marsch Pomp & Circumstance Nr.1 habe ich erstmals mit ihm Bekanntschaft gemacht:

Bild










Das Violinkonzert hatte mit Dong Suk Kang/Antoni Wit gar nicht schlecht bei FonoForum abgeschnitten, aber ich fands mehr oder weniger sehr langweilig. Dagegen mag Downes eine Spitzenaufnahme, allerdings viell. etwas zu effektvoll wohlklingend, sein. Sir Colin Davis und das BBC Symphony Orchestra wirken in dieser Live-Aufnahme zwar nicht schlecht, aber klanglich dunkel (Es gibt neuere Aufnahmen mit LSO/Colin Davis, die ich nicht kenne).
Danach hab' ich mir alternativ Sinopoli und die als Referenz gelobte Aufnahme des Violinkonzertes mit Nigel Kennedy/Vernon Handley angeschafft:


Bei Sinopoli (Symphonien 1 u. 2) kann man die Klang-Architektur ernsthaft und ohne jeglichen Kitsch sehr gut verfolgen, dafür zerlegt er die Musik teilweise analytisch. Der Marsch Pomp & Circumstance No.1 gelingt grandios mit dem hervorragenden Philharmonia Orchestra. Selbst mit Kennedy/Handley krieg ich nur schwer den Draht zum Violinkonzert.





Auf Anhieb erfreulich fand ich aber wohl das Cellokonzert mit Fournier/BPO/Wallenstein (bzw. beide Konzerte mit Fournier - Dvorak u. Elgar - Elgar soll lt. Amazonkritik aufnahmetechn. schlecht sein - ist mir gar nicht aufgefallen bei diesem großartigen Cellisten):










Meistens kennt man noch die Enigma-Variationen, wonach sogar ein Geheimcode im 2.Weltkrieg, ein Musikprojekt von Michael Cretu u. div. andere Projekte benannt wurden :) :arrow: Enigma bei Wikipedia, z.B. mit RPO/Menuhin:










Würde es sich wohl lohnen, sich mit Werken dieses Komponisten (s. Liste bei Wikipedia), z.B. dem großen Chorwerk Cactus, nein Caractacus, oder vielmehr dem bekannteren Oratorium The Dream of Gerontius (1900) noch zu beschäftigen?

Jedenfalls scheint mir Elgar doch meilenweit von der Bedeutung seiner Landleute Vaughan Williams, erst recht Henry Purcell oder Benjamin Britten entfernt, geschweige denn mit Gustav Mahler (s.o.) vergleichbar zu sein.

Nachtrag:
Neulich hab' ich in diese Eloquence-Auflage des Violinkonzertes mit der koreanischen Geigerin Kyung-Wha Chung (verwandt mit dem bek. Dirigenten), London Philharmonic, Georg Solti reingehört:

Solti scheint wirklich das Beste aus diesem Werk zu machen.








Von London Philharmonic u. Solti gibt es auch die Symphonien:


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 Betreff des Beitrags: Re: Edward Elgar
BeitragVerfasst: Donnerstag 31. Juli 2008, 13:33 
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Registriert: Samstag 28. Juni 2008, 20:58
Beiträge: 464
aaltenb hat geschrieben:
Edward Elgar, der auch schon als der "Gustav Mahler Großbritanniens" betitelt wurde


Oh my God.... der arme Gustav....
Hmm, also mit Elgar hab' ich so meine Probleme. Er ist natürlich wichtig als Wiederbeleber der englischen Musik im späten 19. Jahrhundert, und sicherlich hat er auch einen eigenen Tonfall, aber dennoch: ich finde seine Musik zumeist zu pompös, oft auf unangenehme Art 'nationalistisch' und letztlich doch weitaus mehr als Vaughan Williams (den ich für den VIEL bedeutenderen Komponisten halte) kontinentalen Vorbildern (Brahms!) verpflichtet. Insofern bin völlig d'accord mit deiner abschließenden Einschätzung.

_________________
“Before I compose a piece, I walk around it several times, accompanied by myself.”
Erik Satie


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 Betreff des Beitrags: Re: Edward Elgar
BeitragVerfasst: Donnerstag 21. August 2008, 13:51 
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Registriert: Dienstag 1. Juli 2008, 23:59
Beiträge: 632
aaltenb hat geschrieben:
Würde es sich wohl lohnen, sich mit Werken dieses Komponisten [...] noch zu beschäftigen?


Z.B. JPC wirbt mit Sammler-Editionen, u.a. diesen von Elgar. Nun sind wir aber keine CD-Messies, die einfach nur alles sammeln, sammeln, sammeln ... Vielleicht findet sich ja doch noch einmal hier ein Elgar-Hörer/-Kundiger, der z.B. mit diesen Aufnahmen Erfahrung gemacht hat. Das Orchester unter Barbirolli klingt beim Höreindruck kernig und aufpeitschend, wenn auch klanglich/klangtechnisch wohl etwas farblos bei teils älteren Mono-Aufnahmen.
Das ist drin:
Edward Elgar (1857-1934):Chorwerke - Die großen Oratorien (Sir Adrian Boult):
The Music Makers op. 69;The Dream of Gerontius op. 38; The Apostels op. 49;The Kingdom op. 51;Coronation Ode op. 44 +Sir Adrian Boult gibt eine Einführung in "The Apostels" & "The Kingdom" Künstler: Janet Baker, Helen Watts, Sheila Armstrong, Margaret Price, Felicity Lott, Yvonne Minton, Nicolai Gedda, Robert Lloyd, London PO & Choir, King's College Choir Cambridge, New PO, Sir Adrian Boult, Label: EMI , ADD, 1964-1977, 6 CDS
Edward Elgar (1857-1934): Orchestral Works (Sir John Barbirolli):
Symphonien Nr. 1 & 2;Introduction & Allegro op. 47; Elegy op. 58;Sospiri op. 70;Falstaff op. 68;Cockaigne op. 40; Froissart op. 19;Enigma-Variations op. 36;Serenade op. 20; Pomp & Cicrcumstance-Märsche Nr. 1-5;Sea Pictures op. 37; Cellokonzert op. 85 Künstler: Janet Baker (Mezzosopran),Jacqueline du Pre (Cello), Philharmonia Orchestra, Sinfonia of London, Halle Orchestra, John Barbirolli, Label: EMI , ADD, 1954-1964, 5 CDs


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 Betreff des Beitrags: Re: Edward Elgar
BeitragVerfasst: Samstag 16. Januar 2010, 14:54 
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Registriert: Dienstag 1. Juli 2008, 23:59
Beiträge: 632
Vor Kurzem bei jpc für 4,99 - jetzt in dieser Ausgabe dort nicht mehr erhältlich - hatte ich mir die Doppel-CD mit den Sea Pictures op.37 bestellt: 5 Lieder mit voller Orchesterbegleitung nach Gedichten unterschiedlicher Autoren (Roden Noel, Caroline Alice Elgar = Ehefrau von Edward Elgar, Elizabeth Barrett Browning, Richard Garnett, Adam Lindsay Gordon). Wunderbare Orchesterbegleitung mit dem LSO und Barbirolli, aber als "Super Trouper" Janet Baker: ein Orchesterlied-Erlebnis; zu "The Dream of Gerontius" bin ich deshalb noch nicht vorgedrungen.


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