
Michael Praetorius (1571, Creuzburg an der Werra - 1621, Wolfenbüttel)
Terpsichören Tänze, entstanden 1612
(aus Terpsichore Musarum Aoniarum quinta. Darinnen Allerley Daentze und Lieder - Wie Dieselbige von den Frantzösischen Dantzmeistern in Franckreich gespielet - und vor Fürstlichen Tafeln - auch sonsten in Conviviis zur recreation und ergötzung gantz wol gebraucht werden können für vier bis sechs Stimmen)
Es handelt sich um recht spontane, lebhafte Renaissance-Tänze, bei denen die Instrumentalsolisten Tänzer begleiteten und Teil öffentlicher Feste, Bankette oder Bälle waren. Die Musiker hatten eine kreative Rolle inne und allein die Wahl der Instrumente war nicht vorgegeben. In dieser Aufnahme spielen ca. 13 Musiker (verschiedene Flöten, Violinen, Violoncello, Viola da Gamba, Dulzian [Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt], Laute - Theorbe, Epinette [Griffbrettzither], Perkussion). Es wechseln sich schnelle mit langsameren Tänzen zu höfisch-aristokratischen oder gesellschaftlich niedrigeren Festivitäten ab.
Die Musik bietet ein ungewohntes, für an "feine" Orchesterklänge gewöhnte Ohren lebhaftes, an Höreindrücken reichhaltiges aber auch deftiges Hörvergnügen, welches z.B. überhaupt nicht mit den edlen, polyphonen geistl. Chorwerken Palestrinas (s.o.) vergleichbar ist.
Enesmble Musica Antiqua de Toulon
Christian Mendoze, Direction
Disques Pierre Verany PV.791041 DDD/Stereo
Aufnahmedatum 7./8. Dez. 1990
WD: 45'11"