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 Betreff des Beitrags: Palestrina, Victoria, Gesualdo, Praetorius (Rennaissance)
BeitragVerfasst: Samstag 15. November 2008, 14:14 
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Registriert: Dienstag 1. Juli 2008, 23:59
Beiträge: 632
Ein (abschließender) Höhepunkt perfekter Vokalpolyphonie der Rennaissance wird in den Werken des Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina (geb. 1514/15/24 oder 1529? - gest. 1594) verwirklicht. Im Gegensatz zum Mittelalter klingt sogar "Emotionalität" in diesen geistlichen Werken an (der Mensch mit seinen Gefühlen erlangt eine Bedeutung gegenüber Gott) - in einer Zeit, in welcher das Weltbild ins "Wanken geriet".
Besonders "rein" u. beeindruckend: Die Palestrina-Messen Missa Papae Marcelli, Missa Aeterna Christi Munera mit dem 12-köpfigen Vokalensemble Oxford Camerata und Jeremy Summerly (Naxos) ->amazon.de, -> amazon.com. Der Spanier Tomás Luis de Victoria (um 1548 - 1611) war neben Carlo Gesualdo auch einer der bedeutendsten Komponisten der Rennaissance, ebenfalls sehr gut präsentiert in den Naxos-Aufnahmen.




Natürlich ist diese Musik kaum etwas zum täglichen Hören und für unsere Ohren zunächst ungewohnt, aber kunstvoll und natürl. sehr viel polyphoner als der "mittelalterliche" Greogorianische Choral.





Über den vermutlich dreifachen Mörder Carlo Gesualdo (1566-1613) sind zwei Opern geschrieben worden (von Alfred Schnittke, 1994, und Franz Hummel, 1996). Die ausführliche Biografie zu Gesualdo gibts bei -> Wikipedia. Noch bekannter ist wohl die Oper Palestrina von Hans Pfitzner (uraufgeführt 1917).

Edit nachträgl.: Stimmt, es gibt mind. 3 Opern über Gesualdo, s.u. :)


Zuletzt geändert von aaltenb am Sonntag 30. August 2009, 21:45, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Palestrina u. Victoria (Rennaissance)
BeitragVerfasst: Samstag 15. November 2008, 15:56 
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Registriert: Samstag 28. Juni 2008, 20:58
Beiträge: 464
aaltenb hat geschrieben:

Über den vermutlich dreifachen Mörder Carlo Gesualdo (1566-1613) sind zwei Opern geschrieben worden (von Alfred Schnittke, 1994, und Franz Hummel, 1996).


Da gibt's mindestens noch eine dritte (und vermutlich bedeutendere, zumindest aber ziemlich erfolgreiche), nämlich von Salvatore Sciarrino:



Ein faszinierendes 'Kammerstück', daß sich wie immer bei Sciarrino besonders auf die 'Innenwelt', die extremen Abschattungen der Gefühle konzentriert und in seinem oft an der Hörbarkeitsgrenze agierenden, 'flirrenden' Personalstil komponiert ist. Sciarrino scheint großer Gesualdo-Fan zu sein. Es gibt einige Werke von ihm, die sich auf diesen Komponisten beziehen (und in der Tat sehe ich einen Zusammenhang zwischen dem Hypermanierismus Gesualdos und vielem in der Neuen Musik, nicht nur bei Sciarrino). Sciarrino bearbeitete etwa unter dem Titel "Le voci sottovetro" einige Madrigale Gesualdos für Stimme und Instrumente, und obwohl keine Note neu ist, klingt es wie neue Musik:



Passenderweise wurden von den Neuen Vocalsolisten Stuttgart dann auch auf einer sehr schönen Aufnahme Madrigale von Gesualdo mit entsprechenden neuen Werken von Sciarrino und dem ebenfalls sehr guten italienischen Komponisten Ivan Fedele kombiniert:



Und schließlich gibt es auch noch eine CD mit Gesualdos Sabbato Sancto Responsorien und dem Requiem des italienischen Avantgardisten Sandro Gorli, unter der Leitung von Philippe Herreweghe:


_________________
“Before I compose a piece, I walk around it several times, accompanied by myself.”
Erik Satie


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 Betreff des Beitrags: Re: Palestrina, Victoria u. Gesualdo (Rennaissance)
BeitragVerfasst: Donnerstag 14. Mai 2009, 21:03 
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Registriert: Montag 4. Mai 2009, 15:33
Beiträge: 51
Bei Palestrina sollte man die Aufnahmen mit dem Hilliard Ensemble
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und dem Tallis Scholars kennen (4 CDs, gibt es auch als Einzelaufnahmen)
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Beim Pfitzner-Palestrina gibt es eigentlich nur zwei Alternativen: Kubelik und Suitner (letztere Aufnahme gab es vor Kurzem bei Zweitausendeins für knapp 4 EUR), wobei mir von der Besetzung her, die Kubelik-Aufnahme mehr zusagt: Gedda, Fischer-Dieskau, Ridderbusch, Fassbaender, Donath und Prey waren wohl das Optimum, das sängerisch bisher noch nicht wieder erreicht wurde

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Bei Gesualdo kenne ich das fünfte Madrigalbuch mit La Venexiana und die Tenebrae mit dem Hilliard Ensemble
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Die Tenebrae sind m.E. die beste Aufnahme, die die Hilliards bisher vorgelegt haben - wer sich für Gesualdo interessiert, sollte sich die mal anhören (2 CDs, ist bei Amazon auch bezahlbar)


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 Betreff des Beitrags: Re: Rennaissance
BeitragVerfasst: Sonntag 30. August 2009, 21:19 
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Registriert: Dienstag 1. Juli 2008, 23:59
Beiträge: 632
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Michael Praetorius (1571, Creuzburg an der Werra - 1621, Wolfenbüttel)
Terpsichören Tänze, entstanden 1612
(aus Terpsichore Musarum Aoniarum quinta. Darinnen Allerley Daentze und Lieder - Wie Dieselbige von den Frantzösischen Dantzmeistern in Franckreich gespielet - und vor Fürstlichen Tafeln - auch sonsten in Conviviis zur recreation und ergötzung gantz wol gebraucht werden können für vier bis sechs Stimmen)

Es handelt sich um recht spontane, lebhafte Renaissance-Tänze, bei denen die Instrumentalsolisten Tänzer begleiteten und Teil öffentlicher Feste, Bankette oder Bälle waren. Die Musiker hatten eine kreative Rolle inne und allein die Wahl der Instrumente war nicht vorgegeben. In dieser Aufnahme spielen ca. 13 Musiker (verschiedene Flöten, Violinen, Violoncello, Viola da Gamba, Dulzian [Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt], Laute - Theorbe, Epinette [Griffbrettzither], Perkussion). Es wechseln sich schnelle mit langsameren Tänzen zu höfisch-aristokratischen oder gesellschaftlich niedrigeren Festivitäten ab.
Die Musik bietet ein ungewohntes, für an "feine" Orchesterklänge gewöhnte Ohren lebhaftes, an Höreindrücken reichhaltiges aber auch deftiges Hörvergnügen, welches z.B. überhaupt nicht mit den edlen, polyphonen geistl. Chorwerken Palestrinas (s.o.) vergleichbar ist.

Enesmble Musica Antiqua de Toulon
Christian Mendoze, Direction
Disques Pierre Verany PV.791041 DDD/Stereo
Aufnahmedatum 7./8. Dez. 1990
WD: 45'11"


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